Montag, 09. März 2026

Michaela Missel erhält Dr.-Ilse-Essers-Preis

Mit dem Dr.-Ilse-Essers-Preis 2026 wurde Michaela Missel im Studienbereich Elektrotechnik ausgezeichnet. Sie schloss ihre Bachelorarbeit mit der Note 1,1 ab. Der Preis wurde ihr anlässlich des Elternbegrüßungtages der DHBW Ravensburg auf dem Campus Friedrichshafen von Erstem Bürgermeister Andreas Hein überreicht. 

Gruppe von zwei Frauen und zwei Männern
Erster Bürgermeister Andreas Hein überreichte der Preisträgerin Michaela Missel den Dr.-Ilse-Essers-Preis 2026. von links: Prof. Dr.-Ing. Alexandra Dunz (Dekanin der Fakultät Technik an der DHBW Ravensburg, Campus Friedrichshafen), Michael Missel, Erster Bürgermeister Andreas Hein und Christoph Disch (Architekt für Laborautomatisierung und Mentor bei Boehringer-Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG)

„Ich freue mich, Ihnen den Dr.-Ilse-Essers-Preis unserer Zeppelin-Stiftung für Ihre außerordentlichen Leistungen überreichen zu dürfen und gratuliere Ihnen herzlich zu Ihrem Abschluss“, so Erster Bürgermeister Andreas Hein.

Michaela Missel ist am 31. Juli 2000 in Ehingen (Donau) geboren und aufgewachsen. Sie absolvierte ihr Studium an der Dualen Hochschule Ravensburg, Campus Friedrichshafen und bei der Firma Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG in Biberach. 

Während ihrer Zeit in der Realschule hatte sie eher wenig Berührungspunkte zur Technik, jedoch immer großes Interesse an Mathematik und naturwissenschaftlichen Fächern. Zunächst absolvierte sie jedoch eine Ausbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik. Danach arbeitete sie eineinhalb Jahre in ihrer Ausbildungsfirma, bevor sie die einjährige Fachhochschulreife nachholte und anschließend das Elektrotechnikstudium begann.

„Ich entschied mich für ein duales Studium, da mir der Bezug zur Praxis wichtig war. Außerdem wollte ich das gelernte Wissen praktisch anwenden. In den Praxisphasen erhielt ich detailliertere Einblicke in die Ingenieurstätigkeiten und ich konnte größere Projekte bearbeiten, als es in einem kurzen Praktikum möglich gewesen wäre“, so Michaela Missel.

Michaela Missel betätigte sich in ihren Projektarbeiten, Studienarbeiten und in der Bachelorarbeit in den verschiedensten Bereichen. So beschäftigten sich ihre beiden Studienarbeiten beispielsweise sich mit der Optimierung der Software eines Miniaturhochlagerregals. Genauer gesagt, befasste sie sich mit der Ist-Analyse einer Anlage in ihrem Partnerunternehmen und dem Aufzeigen von Neukonzeptionsmöglichkeiten. Gemeinsam mit der IT führte Missel eine Art „Proof of Concept“ für ein Verfahren zur Nebengeräuschunterdrückung in periodischen Signalen durch. Sie erstellte eine kleine Oberfläche, um einen Gelenkarmroboter in der Laborumgebung zu steuern. Ihre Bachelorarbeit führte sie im Bereich der Robotik durch. Dort setzte sie sich mit der Evaluierung und technischen Charakterisierung eines neuen kamerabasierten Greifermoduls in der Laborautomation auseinander.

„Ich freue mich sehr, dass ich diesen besonderen Preis erhalten habe. Durch die große Unterstützung der DHBW und der Firma Boehringer konnte ich mich ideal vorbereiten. Dafür danke ich allen sehr herzlich“, so Michaela Missel.

Michaela Missel dankte auch allen, die sie über die drei Jahre unterstützt haben, vor allem ihrer Familie und den Studienbegleitern bei der Firma Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG.

Direkt nach dem Abschluss ihres Bachelorstudiums hat Michaela Missel ein Masterstudium mit dem Schwerpunkt Informationssystemtechnik an der Universität Ulm begonnen. 

Bei ihrem Partnerunternehmen arbeitet sie aktuell weiterhin in Teilzeit und hat so die Möglichkeit, ein Vollzeitstudium zu absolvieren und gleichzeitig weitere Berufserfahrung zu sammeln und das weitere Studium zu finanzieren.

Mit der Urkunde überreichte Erster Bürgermeister Andreas Hein Michaela Missel die Biografie „Technik an meinem Lebensweg“ von Dr. Ilse Essers und einen Gutschein für zwei Personen für einen Zeppelin-Rundflug über den Bodensee mit einer Hotelübernachtung in einem Friedrichshafener Hotel. Außerdem erhielt Michaela Missel einen Blumenstrauß und ein Zeppelin-Modell, als Einstimmung auf den Rundflug mit dem Zeppelin.

Dr.-Ilse-Essers-Preis

Seit 2004 wird der Dr.-Ilse-Essers-Preis an die beste weibliche Absolventin der Dualen Hochschule Ravensburg, Campus Friedrichshafen, vergeben. Mit dieser Auszeichnung wollen die Stadt Friedrichshafen und die Zeppelin-Stiftung an die Leistungen einer außergewöhnlichen jungen Frau, Dr. Ilse Essers, erinnern. 

Die Vita von Dr. Ilse Essers ist beeindruckend: Dr. Ilse Essers zog 1907 im Alter von neun Jahren mit ihrer Familie von München nach Friedrichshafen. Die Zeit in Friedrichshafen, umgeben von Flugzeugbau und Zeppelinen beeinflusste den Werdegang dieser jungen Frau maßgeblich. Ihr folgendes Studium in München war mit vielen Hindernissen gespickt, und dennoch absolvierte sie ihre Promotion in Berlin mit dem Prädikat „sehr gut“. Ilse Essers promovierte 1929 als erste Frau Deutschlands auf dem Gebiet der Luftfahrttechnik. Sie forschte an Schwingungen von Tragflächen, als kaum jemand verstand, wie komplex die Physik des Fliegens war, und als Frauen in technischen Berufen noch fast völlig unsichtbar waren. Ihr Mut, ihre Innovationskraft und ihr Drang, Neues zu denken, waren wegweisend.