Markthalle: Ideen für Pop-Up Nutzungen gefragt
Die Stadt Friedrichshafen griff in der Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt am Dienstag, 5. Mai die aktuelle Situation der Markthalle in der Charlottenstraße 14 erneut auf und hat dem Antrag der Fraktion Freie Wähler / FDP Friedrichshafen einstimmig zugestimmt. Gleichzeitig wurde die Verwaltung beauftragt, Interimsnutzungen für die aktuell leerstehende Markthalle zu ermitteln.
Sollte Interesse bestehen, sollen entsprechende Nutzungen zeitnah ermöglicht werden. Mittelfristig verfolgt die Stadt das Ziel, die gesamte Markthalle an einen Hauptmieter zu vergeben.
Die Markthalle kämpft seit Jahren mit einer rückläufigen Nachfrage. Mehrere Betriebe haben den Standort aus unterschiedlichen Gründen aufgegeben – darunter eine Metzgerei sowie eine Bäckerei. Weitere Betreiber zogen sich aus persönlichen oder wirtschaftlichen Motiven zurück.
Ein zentrales Problem ist die begrenzte Kundenfrequenz, die sich überwiegend auf die Mittagszeit konzentriert. Gleichzeitig ist die Nahversorgung in der Nordstadt bereits gut abgedeckt. Zusätzliche Angebote wie Hofläden, Direktvermarktung und Automatenverkäufe haben den Wettbewerbsdruck weiter erhöht. Das klassische Konzept einer Markthalle mit vielen einzelnen Anbietern findet daher zunehmend weniger Resonanz – eine Entwicklung, die teilweise auch in anderen Städten zu beobachten ist.
Hinzu kommt ein erheblicher Sanierungsbedarf des denkmalgeschützten Gebäudes. Neben Dach und Boden muss insbesondere die Haustechnik, also Elektro- und Heizungsanlagen, erneuert werden. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,05 Millionen Euro, davon rund 120.000 Euro für die Sanierung der Haustechnik.
Auch Pop-up-Nutzung setzen teilweise eine grundlegende Infrastruktur voraus, wie etwa Stromversorgung, gegebenenfalls Wasser und Abwasser, Telekommunikation für Kassensysteme sowie Möglichkeiten zur Sicherung von Waren. Für sehr einfache Nutzungskonzepte – beispielsweise saisonale Verkaufsstände mit minimaler Ausstattung – könnten Flächen auch ohne diese grundlegende Haustechnik geeignet sein.
Um die aktuellen Möglichkeiten und das Interesse zu prüfen, plant die Verwaltung einen öffentlichen Aufruf und wird aktiv das Gespräch mit potenziellen Nutzern suchen. Ziel ist es, kurzfristig neue Impulse für die Markthalle zu schaffen und gleichzeitig eine nachhaltige Perspektive für den Standort zu entwickeln.
Für Fragen zu den Pop-Up Nutzungen in der Markthalle steht Jürgen Dietz telefonisch unter der Nummer 07541 203-54250, E-Mail: wohnungsverwaltung@friedrichshafen.de gerne zur Verfügung.
Weitere Informationen und alle Vorlagen zu den aktuellen öffentlichen Sitzungen des Gemeinderates und der Ausschüsse sind unter www.sitzungsdienst.friedrichshafen.de zu finden.