Gut vorbereitet auf Begegnungen mit Wildtieren
Der Wald ist Lebensraum für viele Tiere. Begegnungen sind selten – und meistens völlig harmlos. Mit dem richtigen Verhalten bleibt das in der Regel ein spannendes Erlebnis.

Wildschweine: Abstand halten und Ruhe bewahren
Im Seewald Friedrichshafen leben rund 30 Wildschweine. Sie gehören zu den größten Wildtieren im Stadtwald. Als Allesfresser verfügen sie über einen sehr guten Geruchssinn und nehmen Menschen meist frühzeitig wahr. Deshalb sind direkte Begegnungen eher selten.
Kommt es dennoch dazu, ziehen sich Wildschweine normalerweise zurück. Wer ihnen begegnet, sollte Ruhe bewahren, Abstand halten und dem Tier ausreichend Raum zum Ausweichen geben. Keinesfalls sollte man versuchen, ein Wildschwein zu vertreiben oder ihm den Weg abzuschneiden.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn ein Wildschwein sich bedroht fühlt – etwa, weil es verletzt ist, Jungtiere bei sich hat oder keine Fluchtmöglichkeit sieht. Vor allem von Februar bis Mai, wenn Frischlinge unterwegs sein können, sollten Waldbesucher besonders aufmerksam sein.
Anzeichen dafür, dass sich ein Wildschwein unwohl oder bedroht fühlt, können unter anderem Schnaufen, ein aufgestellter Schwanz, Zähneklappern oder ein Hin- und Herwerfen des Kopfes sein. In diesem Fall sollte man sich langsam zurückziehen und dem Tier möglichst viel Raum lassen.
Kommt das Wildschwein auf einen zu, gilt: langsam zurückweichen, das Tier im Blick behalten und ihm nicht den Rücken zukehren. Sollte es tatsächlich zu einem Angriff kommen, kann man sich möglichst groß machen und laut klatschen, um das Tier abzuschrecken. Wenn möglich, kann auch ein Baumstumpf oder eine andere erhöhte Position Schutz bieten.
Hunde sollten im Wald grundsätzlich an der Leine geführt werden. Sie können Wildtiere erschrecken oder verfolgen und dadurch gefährliche Situationen auslösen.
Besonders wichtig ist: Wildschweine wollen Menschen in der Regel aus dem Weg gehen. Wer Abstand hält und ihnen eine Fluchtmöglichkeit lässt, kann eine solche Begegnung meist ruhig und sicher passieren lassen – und einen besonderen Moment in der Natur erleben.
Füchse: Abstand halten und den Fuchs seinen Weg gehen lassen
Auch der Rotfuchs ist im Friedrichshafener Stadtgebiet und in den umliegenden Wäldern heimisch. Als anpassungsfähiger Allesfresser findet er auch in der Nähe des Menschen ausreichend Nahrung. Deshalb sind Fuchsbegegnungen in Friedrichshafen nicht ungewöhnlich.
Grundsätzlich gilt: Nichts tun und Abstand halten. Füchse sind normalerweise scheu und gehen Menschen aus dem Weg. In der Stadt haben sie sich allerdings teilweise an die Nähe des Menschen gewöhnt und können deshalb vergleichsweise nah kommen. Auch dann sollte man dem Tier nicht folgen, es nicht anfassen und ihm die Möglichkeit geben, sich selbst zurückzuziehen.
Auch für Füchse gilt die Regel: Hunde an die Leine nehmen und Abstand halten. So lässt sich vermeiden, dass der Fuchs sich bedrängt fühlt oder der Hund das Tier verfolgt.
Die Wahrscheinlichkeit, einem kranken Fuchs – beispielsweise mit Fuchsbandwurm – zu begegnen, ist sehr gering. Trotzdem sollte man einige einfache Hygieneregeln beachten: Füchse und ihren Kot nicht anfassen, nach Garten-, Feld- und Waldarbeiten gründlich die Hände waschen und gesammelte Waldfrüchte gründlich reinigen beziehungsweise bei Bedarf erhitzen.
Wer einen offensichtlich kranken oder verletzten Fuchs entdeckt, sollte Abstand halten und die Polizei verständigen, statt sich dem Tier selbst zu nähern.
Rücksicht schützt Mensch, Tier und Natur
Der Wald ist Lebensraum für viele Tiere und gleichzeitig ein wichtiger Erholungsraum für Menschen. Damit beides gut funktioniert, helfen einige einfache Regeln: Den Müll wieder mitnehmen und den Wald sauber hinterlassen. Auf den ausgewiesenen Wegen bleiben und Absperrungen beachten. Hunde immer an der Leine führen und nicht frei nach Wildtieren suchen oder diese verfolgen lassen. Keine Tiere füttern und kein Feuer machen und nicht Rauchen. Pflanzen und Pilze sollten nur für den Eigenbedarf gesammelt und Wildtiere, Pflanzen und andere Waldbesucher respektiert werden.
Bei Sturm oder starkem Wind sollte man den Wald unbedingt meiden, da herabfallende Äste eine Gefahr darstellen können.
Wer diese einfachen Regeln beherzigt, trägt dazu bei, dass der Wald ein sicherer und angenehmer Ort für alle bleibt – für Menschen ebenso wie für die Tiere, die dort zuhause sind.